Triathlon während einer Pandemie: So trainiert das Jugendteam aktuell

Da seit Anfang November ein normaler Trainingsbetrieb nicht mehr möglich ist, mussten die Trainer*innen des Jugendteams der Triathlon Abteilung des TSV Amicitia Viernheims neu denken, um dennoch ihren Athleten ein Trainingsangebot zu ermöglichen. Es ist aktuell nicht möglich, sich gemeinsam als Team zum Trainieren zu treffen, aber dennoch bieten die Trainer*innen des Jugendteams unter der Leitung von Headcoach Stefan Haas ihren knapp 30 Athlet*innen ein umfangreiches Trainingsangebot an. Dies geschieht natürlich auf ganz andere Weise, als sonst in den letzten Jahren immer trainiert wurde.

Athletik über Discord statt in der Halle

Um den Corona-Richtlinien gerecht zu werden, findet kein Training mehr in Präsenz, sondern sofern es möglich ist, online statt. Hierbei wird die Videokonferenz-Software Discord genutzt. Ohne größere Schwierigkeiten konnte so seit Anfang November gemeinsam das Athletiktraining wie gewohnt fortgeführt werden. Jede*r trainiert bei sich daheim, einzeln aber nicht alleine, sondern vielmehr gemeinsam als Team. Zusätzlich profitiere das Athletiktraining sehr stark von den fundierten Fachkenntnissen von Daniel Müller, so Headcoach Stefan Haas. Auch das nun neu dazugekommene Yogatraining einmal die Woche unter der Leitung von Birgit Müller wird aktuell online über Discord durchgeführt. Auch trifft man sich einmal in der Woche, um gemeinsam auf der „Rolle“ zu fahren.

Auch wenn das Training per Discord ein Kompromiss der aktuellen Situation ist, fällt die Resonanz bei Athlet*innen und Trainer*innen durchweg positiv aus. Auch Stefan Haas freut sich über die hohe Beteiligung der Athlet*innen: „Es läuft besser als ich gedacht habe, das Online-Training wird gut angenommen und wurde sogar durch die Yoga-Einheiten erweitert!“

Selbst ist der Triathlet

Felix (l.) und Janik (r.) Schmitt bei einer der Lauf-Challenges

Nun kann man als Triathlet ganz gut Yoga und Athletik zu Hause in seinen eigenen vier Wänden machen, aber sobald es an das Laufen oder das Radfahren geht, sieht das schon schwieriger aus. Aber auch hier gibt es eine Lösung. Alle Einheiten die im Freien stattfinden, muss jede*r selbstständig, nach einem vorgegebenen Trainingsplan absolvieren. Der Trainingsplan mit allen Einheiten für die kommende Woche wird jeden Sonntag in der Teambesprechung, wieder über Discord, besprochen, damit jede*r Athlet*in genau weiß, wie die Einheiten durchzuführen sind. Genauso können in der Teambesprechung alle offenen Fragen und Unklarheiten über den Trainingsbetrieb geklärt werden.

Zusätzlich zu dem Trainingsplan gibt es jede Woche entweder für das Laufen oder das Radfahren eine kleine Challenge, die die Athlet*innen des Jugendteams des TSV Amicitia Viernheims in dieser Woche selbstständig zu absolvieren ist. Dies kann ein vorgegebenes Ziel im Odenwald sein, das man mit dem Rennrad oder Mountainbike erreichen soll, oder ein kleiner Test-Lauf rund um Viernheim, als Ersatz für die entfallenen Testwettkämpfe. Stefan Haas erfreut sich „reger Teilnahme an den Challenges“

v.l.n.r. Cara, Felix und Louis Bugert bei einer der Lauf-Challenges

Kein Schwimmtraining

Dennoch ersetzt all das keinen Kontakt wie bei einem richtigen Treffen. Auch wenn man gemeinsam trainiert, fehlt durch die mangelnde Nähe auch der soziale Austausch. Der Headcoach Stefan Haas hofft, dass sie „sich bald wieder live sehen [können] und gemeinsam Spaß haben am Training. Was fehlt, sind die Gespräche mit den Athleten, live zu sehen wie es den Athleten geht.“

Trotz all der Trainingsalternativen mangelt es den Athlet*innen des TSV Amicitia Viernheims am meisten an der ersten Disziplin des Triathlons, am Schwimmen. Seit Beginn des Lockdowns gibt es für das Jugendteam kein Schwimmtraining mehr. Zwar versucht man, durch ein zweites Athletiktraining dem Problem entgegen zu wirken, aber einen vollwertigen Ersatz für das Schwimmen stellt es nicht da. Das Problem sieht auch der Headcoach, dennoch gibt er sich optimistisch: „Das Schwimmen fehlt natürlich im Moment komplett, aber ich denke, dass dies alle wieder recht schnell lernen, sobald wir wieder ins Wasser dürfen.“

Insgesamt versuchen die Trainer*innen und das Team, das Beste aus der Situation zu machen, um sich, so gut wie es eben geht, auf die kommende Saison vorzubereiten. Das alternative Trainingsprogramm wird sehr gut angenommen und die Trainingsbeteiligung ist nach wie vor hoch. Dennoch hoffen alle auf die baldige Rückkehr zu einem möglichst normalen Trainingsbetrieb inklusive Schwimmen.