Rennbericht Europameisterschaft Ironman Frankfurt Teil 1 – von Pascal Rücker

Rennbericht Europameisterschaft Ironman Frankfurt Teil 1 – von Pascal Rücker

Das Ironman Wochenende begann am Freitag vor dem eigentlichen Wettkampf.

Um 14 Uhr trafen sich alle deutschsprachigen Athleten (es waren 65 Nationen am Start) zur Wettkampfbesprechnung am Frankfurter Römer. Danach musste man sich am Mainkai registrieren und man bekam seine Startunterlagen.

Am Samstag stand noch eine kurze Vorbelastung auf dem Rad mit einem kurzen Anschlusslauf auf dem Programm bevor es wieder nach Frankfurt ging um den Beutel mit den Laufsachen in der Wechselzone 2 zu deponieren. Diesen hätte man auch am Schwimmstart am Langener Waldsee abgeben können. Ich wollte ihn aber persönlich an den Ständer hängen um mir die Wechselzone genau einzuprägen. Zu oft habe ich schon gesehen das Starter ihren Beutel nur nach langem Suchen gefunden haben. Bei 3000 Startern kann das leicht passieren. Danach ging es zum Rad Check in am Langener Waldsee. Auch da habe ich mir die Wechselzone eingeprägt und bin alles Wege in Ruhe abgelaufen. Mittlerweile kam dann doch noch mal die Sonne zum Vorschein und ich entschloss mich noch eine Runde zu schwimmen. Irgendwie hatte ich ein gutes Gefühl dabei. Der See hatte eine angenehme Temperatur und das Wasser war sehr klar. Zuhause angekommen gab es noch etwas vom Grill und einen Salat dazu. Das obligatorische Bier vorm Wettkampf habe ich mir natürlich auf noch gegönnt, schließlich gab es ja auch noch das EM Spiel Deutschland gegen Italien. Die Nacht vor dem Wettkampf war etwas unruhig was wohl auch an den Raketen und Autokorsos lag nachdem Deutschland gewonnen hatte.

Um 3:50 klingelte dann der Wecker und es gab Frühstück. Um 4:45 machten wir uns dann auf Richtung Langener Waldsee. Dann der Schock. Nachdem wir von der Autobahn abgefahren sind und schon kurz vor dem Ziel waren hieß es plötzlich umdrehen den diese Abfahrt durften nur Personen mit besonderer Berechtigung passieren. Also wieder zurück auf die Autobahn und eine Abfahrt weiter gefahren. Mittlerweile war es schon 5:40 und wir waren noch nicht mal am See. Ich musste aber noch in die Wechselzone zu meinem Rad um Schuhe, Trinkflaschen usw. dort anzubringen. Es wurde hektisch. Gerade noch rechtzeitig vor Schließung der Wechselzone um 6:15 bekam ich noch alles geregelt. Aus Zeitnot musste das einschwimmen leider ausfallen. Nach den Profis die um 6:30 starteten wurde es um 6:40 Uhr ernst. Das erste mal in Frankfurt gab es einen Rolling Start was bedeutet das alle paar Sekunden ca 10 Starter ins Wasser gelassen wurden.

Das Schwimmen lief super und ich kam nach 1:02:36 aus dem Wasser.

Beim Radfahren hatte ich mir vorgenommen auf keinen Fall zu überzocken. So fuhren zu Beginn doch einige Athleten an mir vorbei. Ich lies mich nicht aus der Ruhe bringen was sich in der zweiten Radrunde auszahlte und ich dort wieder viele Athleten einsammelte die mich zu Beginn des radfahrens  überholt hatten. So kam ich nach 5:09:24 und einem für mich sehr gutem 35 km/h Schnitt zur Wechselzone 2 zum Laufen.

Die Beine fühlten sich noch gut an und ich konnte mit einem 4:30er Tempo anschlagen. Ich wusste dass ich dieses unmöglich halten konnte und versuchte nach 8 km das Tempo aktiv rauszunehmen. Das ist mit gut gelungen und es ging etwas langsamer bis km 28 weiter. Plötzlich gingen die km Zeiten nach unten und ich musste dagegen halten. Spätestens jetzt wüsste ich dass die letzten 14 km doch härter werden sollten. Bei km 39 krampfte dann zum ersten Mal kurz die Linke Wade. Ich hielt kurz an und dehnte vorsichtshalber kurz. Leider war das nicht das einzige Mal und ich musste noch 3 oder 4 mal kurz dehnen. Deutlich langsamer aber das Ziel vor Augen konnte ich dann endlich rechts Richtung Römer abbiegen und den tollen Zieleinlauf genießen. Den Marathon lief ich in 3:25:36 so das die Uhr im Ziel bei 9:43:44 stehen blieb. Ein unbeschreibliches Gefühl die angestrebte Zeit von 10 Stunden um über 16 min unterboten. Im Ziel angekommen wurde ich von meiner Familie empfangen. Ein perfekter Tag für mich.

Vielen Dank an meine Familie die mir die nötige Zeit zum Trainieren gegeben hat. Am Mittwoch nach dem Wettkampf hat meine Tochter Emma keine Mühen gescheut und mir eine Ironman Torte zu backen. Hat sehr lecker geschmeckt.