Der Weg nach Hawaii

Rennbericht Ironman Austria – Von Felix Litters

Der Tag begann früh. Bereits um 4:00 Uhr morgens nach einer unruhigen Nacht klingelte der Wecker und es gab Frühstück. Im Anschluss daran begab ich mich gleich auf den Weg zur Wechselzone um das Equipment nochmals zu checken. Um 6:50 Uhr begann dann mein Abenteuer Ironman mit dem Start. Das Schwimmen verlief dank des neuen Rolling Starts bei Ironman (hier werden alle 2 Sekunden 2 Athleten ins Wasser gelassen) relativ unspektakulär, einzig auf den letzten Metern machten sich leichte Krampfansätze in den Waden bemerkbar, die glücklicherweise im weiteren Verlauf des Tages nicht mehr auftraten.

Am bike angekommen traf mich erstmal der Schlag, da meine Gel-Flasche abhanden gekommen war. Es musste für die ersten 90km ein Notfallplan her, doch auch darauf war ich vorbereitet und Plan B war bereits im Hinterkopf vor dem Rennen durchgelaufen. Das wichtigste war, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und so habe ich vermehrt auf die angereichten Produkte des Veranstalters zurückgegriffen.

Die ersten 30km auf dem Rad verliefen relativ unspektakulär bis bei dem ersten größeren Anstieg in Richtung Faaker See von hinten eine ca. 30 Mann große kannte so etwas von Frankfurt 2014 als ich bei km 165 aufgefahren wurde und mich damals sehr darüber ärgerte und war mir im Vorfeld auch sicher, dass es auch in Klagenfurt wie bereits in den vergangenen Jahren auch, sehr große Gruppen geben wird.

Im weiteren Rennverlauf war es dann unmöglich sich aus der Gruppe zu lösen oder die Gruppe auseinander zu fahren. Die Berge wurden immer sehr stramm gefahren und ich hatte teilweise Wattwerte von 300-350 Watt bei 57Kilo.

So blieb bis Wechselzone 2 einem nichts anderes übrig als sich mit der Situation abzufinden auch wenn es mir als auch einigen anderen Athleten alles andere als gefiel wie teilweise gefahren wurde.

Als wir in Wechselzone 2 angekommen sind war mir klar, dass ich zunächst einmal mit offenem Visier anlaufen werde, da in der Gruppe Platz 1-5 meiner AK vertreten waren.

Ich bekam bei 1km und 12km die Info ich sei 4. in der AK und wunderte mich doch stark.

Die ersten km waren doch richtig schnell und ich konnte keinen Athleten mehr sehen, lief dann aber weiter ein Tempo von unter 4min/km.

Bei Halbmarathon hatte ich dann eine Laufzeit von unter 1:23h und bekam dann die Info ich sei mit Abstand Führender in der Altersklasse und laufe auch deutlich am schnellsten. Mir war nach dem Lauf beim Ironman Kraichgau klar, dass ich richtig schnell laufen kann, aber für was es genau reicht war mir nicht bewusst.

Mittlerweile hatte ich auch sehr viele Profis eingesammelt, doch mein Tank mit den Energiereserven war mittlerweile aufgebraucht. Es war ab da ein purer Kampf und ich wusste gar nicht wie ich die verbleibenden 20km noch ins Ziel schaffen sollte. Mein Tempo ging dann doch etwas in den Keller und ich konzentrierte mich auf den Energienachschub. Insbesondere meine Betreuer an den special-needs Stationen haben mir dann noch mal einen Schub gegeben. Als ich dann auf die Ziellinie einbog waren all die Schmerzen und Strapazen des Tages vergessen und ich war zunächst einmal überglücklich im Ziel zu sein.

Ich vermutete auch, dass es der Sieg der Altersklasse und damit auch der lang ersehnte Hawaii-Slot ist, ich wusste es aber nicht genau.

Als mir meine Betreuer dann eine Zeit von 8:42h sagten, wollte ich es zunächst einmal gar nicht glauben. Ich habe während dem Laufen nicht mehr so wirklich auf die Uhr geschaut und wollte nur noch ins Ziel. Am Ende war es dann, wie im Kraichgau auch, die schnellste Laufzeit aller Age-Group Athleten, der 14. Gesamtplatz + 1. Platz in der Altersklasse.

Dass es jetzt am 8. Oktober nach Hawaii zur Weltmeisterschaft geht, kann ich immer noch nicht so richtig glauben. Ich habe immer an den Traum geglaubt und hatte auf dem Weg dahin auch ab und an mal Enttäuschungen hinnehmen müssen. Ich denke auch ,dass ich nicht in viel besserer Form wie 2014 war, aber ich hatte mehr Erfahrung und mental war ich besser auf das Rennen vorbereitet und wusste was mich erwarten kann in so einem langen Rennen.

Jetzt freue ich mich schon auf Hawaii und die bevorstehende Hitze. Ziel dort ist ein gutes Ergebnis abliefern zu können. Insbesondere der Marathon stimmt mich doch sehr positiv um mit den besten Jungs in meiner Altersklasse mithalten zu können. Bleibt zu hoffen, dass ich bis zur Wechselzone 2 einen nicht allzu großen Rückstand habe. Swim:

57:41 Bike: 4:47:18 Run: 2:50:42